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"Familie de Maizière – Eine deutsche Geschichte".

Mein Buch

Idee

Als Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts jährliche Familientreffen der Familie de Maizière auf dem Gebiet der DDR ins Leben gerufen werden, ahnt noch keiner der Beteiligten, wie nah sich einzelne Mitglieder dieser preußisch-hugenottischen Familie im Laufe der nächsten Jahre nicht nur privat sondern auch beruflich kommen werden. Der Tod von Clemens de Maizière – Anwalt in der DDR – ist der eigentliche Anlass dafür, dass sich die Familie wieder aufeinander zu bewegt. Seit 1945 getrennt in Ost- und Westdeutschland lebend, beginnt spätestens mit diesen Familientreffen wieder eine gemeinsame Geschichte der Familie de Maizière. Das Buch „Familie de Maizière“ betrachtet diese Geschichte der Familie näher und zielt dabei auch auf die unterschiedliche Bewertung historischer Ereignisse ab. Im Fokus stehen dabei Lothar und Thomas de Maizière sowie deren Väter Clemens und Ulrich.

Im Zuge der Entstehung des Buches hatte ich in den zurückliegenden Jahren die Gelegenheit, mehrfach mit zahlreichen Familienmitgliedern zu sprechen. Dazu zählen auch zwei ausführliche Telefonate mit Ulrich de Maizière kurz vor seinem Tod im Jahr 2006. Ich erhielt darüber hinaus Einblick in bisher unbekannte Aufzeichnungen und Unterlagen der Familie. Zwischen mir und den de Maizières entwickelte sich in den letzten Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, wobei die für ein solches Buch notwendige kritische Distanz immer gewahrt wurde.

Neben den Familienmitgliedern selbst konnte ich mit verschiedenen Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts und namhaften Wegbegleitern der Familie sprechen, darunter Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Peter und Ruprecht von Butler, Eberhard Diepgen, Ulrich Schröder oder Gregor Gysi. Sie alle gaben bereitwillig Auskunft zu ihren persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen mit den de Maizières.

Inhalt

In einem kurzen Einleitungskapitel wird mit Hilfe genealogischer Unterlagen aus dem Familienbesitz zunächst die hugenottische Herkunft der de Maizières skizziert. Höhepunkt bildet dabei die Flucht von Marie de Maizière mit ihren Kindern aus Frankreich im Jahre 1685, nachdem der Katholik Ludwig XIV., der Sonnenkönig, das Edikt von Nantes widerrief und die Protestanten damit endgültig all ihrer Rechte und Freiheiten beraubt wurden. Dem Ruf des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg folgend, gelangt die Familie über einige Umwege schließlich nach Crossen an der Oder, später dann nach Schönebeck, Burg, Hannover oder auch Dortmund und Berlin. Bis heute ist die Familie von diesem preußisch-hugenottischen Erbe geprägt.

Den inhaltlich roten Faden im Hauptteil des Buches bildet ein symbolischer Zeitstrahl mit bedeutenden Ereignissen aus der Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert verbunden mit persönlichen Erlebnissen, Gedanken und Anekdoten der Familienmitglieder. Beginnend mit dem Tod von Walter de Maizière (1876 – 1915), der im Oktober 1915, zwei Tage nach seinem 39. Geburtstag, als Hauptmann der Reserve und Kompaniechef bei Palanca in Serbien fiel, wird zunächst der Weg seiner Söhne Clemens (1906 – 1980) und Ulrich (1912 – 2006) bis 1945 dargestellt. Während Clemens, der Familientradition folgend, an verschiedenen Universitäten Jura studiert, wie sein Vater und Großvater Mitglied des Tübinger Corps Rhenania wird und nach seinem Assessor-Examen in Berlin tätig ist, schlägt Ulrich eine militärische Laufbahn ein, obwohl er ein hervorragender Pianist ist und ihm von seiner Lehrerin ein Klavierstudium empfohlen wird. Er tritt 1930 in die Reichswehr ein, wird im Sommer 1933 zum Leutnant ernannt und ist ab 1937 Regimentsadjutant im Infanterieregiment 50 in Landsberg an der Warthe. Nachdem er 1939 als Hauptmann am Polenfeldzug teilnimmt, folgt dann nach einer verkürzten Generalsstabsausbildung der Einsatz als Generalstabsoffizier in verschiedenen Divisionsstäben und im Oberkommando des Heeres. Während sein Bruder Clemens als Gefreiter in den Krieg zieht, macht Ulrich Karriere in der Wehrmacht bis hin zum Ia der operativen Abteilung des Generalstabes des Heeres. In dieser Funktion nimmt er auch am 22. April 1945 letztmals an der Lagebesprechung bei Hitler im Bunker der Reichskanzlei teil.

Mit Kriegsende geraten beide Brüder in Gefangenschaft: Clemens in russische, Ulrich in britische. Nach ihrer Freilassung verläuft die Entwicklung der de Maizières getrennt in beiden deutschen Staaten. Die Familie von Clemens findet ihre Heimat anfangs in Nordhausen, später dann in Berlin. Ulrich hingegen lebt nach der Gefangenschaft mit seiner Familie im Westen Deutschlands. Die Städte Hannover, Bonn, Hamburg und auch Koblenz werden zu wichtigen Stationen.

Während Clemens de Maizière bis zu seinem Tod davon überzeugt ist, mit seiner Familie im „richtigen Teil Deutschlands“ zu leben, ist Ulrich sicher, dass der Weg des Westens Garant für Frieden und Freiheit ist. Mit diesen Grundüberzeugungen setzen beide unter anderen politischen Rahmenbedingungen ihre berufliche Laufbahn fort. So wird Clemens nach einem kurzen beruflichen Intermezzo bei den Berliner Verkehrsbetrieben ein erfolgreicher Anwalt und Mitglied im Berliner Rechtsanwaltskollegium.

Ulrich wiederum baut ab 1951 die Bundeswehr mit auf und wird in den nächsten Jahren einer ihrer erfolgreichsten und bedeutendsten Repräsentanten. Sein Weg von der „Dienststelle Blank“ über die Schule für Innere Führung und die Führungsakademie der Bundeswehr bis hin zu seiner Tätigkeit als Inspekteur des Heeres und schließlich als Generalinspekteur der Bundeswehr wird im Buch ausführlich behandelt. Aufgrund dieser Entwicklungen ist es fast zwingend, dass die Distanz der beiden Brüder zueinander auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bestehen bleibt.

Im weiteren Verlauf der Familienbiografie stehen dann die Kinder von Clemens und Ulrich stärker im Mittelpunkt. Das Buch erhebt dabei nicht den Anspruch, die Entwicklung der einzelnen Familienmitglieder vollständig zu erzählen. Es will vielmehr anhand der Geschichte die Trennung bzw. Spaltung der Familie aufzeigen – quasi als Symbol für die deutsche Teilung.

Zwingend für eine Gesamtdarstellung der de Maizières sind zudem die Frauen der Familie, die bis heute in der Öffentlichkeit zwar selten in Erscheinung treten, in dieser Biografie aber nicht fehlen dürfen. Da ist zunächst Elisabeth de Maizière, die nach dem Tod ihres Mannes Walter im Jahre 1915 die Kinder Clemens, Irene, Ulrich und Suzanne allein groß zieht und häufig sowohl die Mutter- als auch Vaterrolle ausfüllt. Sie lebt nach dem Krieg bei ihrer Tochter Irene in Hannover und ist bis zu ihrem Tod im Jahr 1966 der emotionale Mittelpunkt der Familie. Beschrieben werden im Buch zudem Christine und Eva de Maizière, die Frauen von Clemens und Ulrich. Aber auch Cornelia von Ilsemann und Barbara Pieper, die Schwestern von Thomas de Maizière, sind wichtige Protagonisten der Familie, gerade im Zusammenhang mit der 68er Zeit im Westen Deutschlands. Dorothee Mücksch hingegen, Schwester von Lothar de Maizière, erlangt große Bedeutung, als sie 1990 die erste Pröpstin im Osten Deutschlands wird, nachdem sie im sachsen-anhaltinischen Aschersleben und Umgebung gemeinsam mit ihrem Mann eine herausragende Rolle bei den politischen Umwälzungen in der DDR gespielt hat.

Ein weiterer Schwerpunkt des Buches ist dann die erneute Annäherung der beiden Familien, die über eine längere sowohl zeitliche als auch geographische Distanz vor allem drei Dinge einte: die Liebe zur Musik, die Verbundenheit mit der Kirche und – zum Teil – die juristische Familientradition. Diese juristische Tradition ist es letztendlich aber auch, die hin zu einem dunklen Fleck in der Familiengeschichte führt: zur Stasi. Bei der Betrachtung dieses Teils der Familienbiografie greife ich auf Unterlagen der Gauck- bzw. heutigen Jahn-Behörde zurück und weise damit vor allem die Verbindung zwischen Clemens de Maizière und dem Ministerium für Staatssicherheit nach. Dabei will ich jedoch weder verurteilen noch rechtfertigen, sondern am konkreten Beispiel zeigen, wie schnell man ins Netz der Spitzelbehörde geraten konnte.

Wie sein Vater Clemens wird auch Lothar de Maizière Jurist, nachdem ihn 1968 eine Nervenentzündung am linken Arm zwingt, den Beruf des Musikers aufzugeben. So wird auch er schließlich Anwalt und 1976 Mitglied im Berliner Rechtsanwaltskollegium. Hier begegnet er Gregor Gysi und trotz unterschiedlicher Weltanschauungen entwickelt sich schnell Zuneigung zwischen beiden, die schließlich zu einer engen, bis heute bestehenden Freundschaft wird. Neben einigen spektakulären Fällen, in denen sie gemeinsam Mandanten vertreten, führen sie ab 1988 auch das Berliner Anwaltskollegium – Gregor Gysi als Vorsitzender und Lothar de Maizière als dessen Stellvertreter. Auch Lothar gerät nach 1989 in den Verdacht, als „IM Czerny“ bereitwillig für die Stasi gearbeitet zu haben. Allerdings ist dies ein Vorwurf, der bis heute durch keine Unterlagen zweifelsfrei belegt werden kann. Festzustehen scheint letztendlich nur, dass „IM Czerny“ und Lothar de Maizière ein und dieselbe Person sind.

Unweit von Lothar, in West-Berlin, beginnt Anfang der 80er Jahre indes die politische Karriere von Thomas de Maizière. Nach seiner Referendarzeit ist er zunächst am Bundeskartellamt tätig, macht 1982 sein Assessorexamen und wird schließlich auf Empfehlung von Friedbert Pflüger Redenschreiber bei Richard von Weizsäcker, dem damaligen Oberbürgermeister von West-Berlin. Nachdem dieser 1983 schließlich zum Bundespräsidenten gewählt wird, tritt Thomas de Maizière in die Dienste von Eberhard Diepgen.

Näher betrachtet wird am Ende des Buches schließlich das "politische Miteinander" von Lothar und Thomas de Maizière, die 1989 wohl mehr ein Zufall wieder enger zueinander führte, obwohl sich beide bereits regelmäßig in den 80er Jahren in Ost-Berlin gesehen hatten. Die „Vetternwirtschaft“ der Wendezeit setzt in diesem Teil der Biographie einen weiteren Schwerpunkt, bevor im Epilog abschließend beschrieben wird, was die Familienmitglieder heute tun.

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Vita

Ich wurde 1971 in Leisnig (Sachsen) geboren und lebte dort bis zur friedlichen Revolution in der DDR. Im Anschluss an den Zivildienst in einer Nervenklinik studierte ich in Darmstadt zunächst Sportwissenschaft, bevor ich zum Studium der Politikwissenschaft nach Marburg wechselte. Während des Studiums, das ich an der Universität Leipzig beendete, war ich als freier Journalist tätig. Nach einem Volontariat und anschließender Beratertätigkeit in einer Düsseldorfer PR-Agentur arbeitete ich zunächst als Pressesprecher der Deutschen Post in Sachsen und Berlin, bevor es mich in die Politik verschlug. Von 2003 bis 2007 war ich Pressesprecher im sächsischen Innenministerium und habe in dieser Funktion auch mit Thomas de Maizière zusammengearbeitet. Anschließend wechselte ich in die Sächsische Staatskanzlei und bin momentan erneut im Innenministerium des Freistaates Sachsen tätig. Ich bin verheiratet und lebe mit meiner Frau und unseren beiden Kindern in Dresden.

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Bilder

Hier finden Sie Bilder, die während der Arbeit an meinem Buch entstanden.
Zum Vergrößern der Bilder können Sie diese anklicken.



Bilder von meiner Lesung am 13.11.2014 in Dresden.
Moderator an diesem Abend war Andreas Berger von der Kulturredaktion des MDR.



Bild von meiner Lesung am 22.01.2015 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig.
Moderator an diesem Abend war Stefan Locke, Korrespondent der FAZ in Sachsen.



Bilder von meiner Lesung am 13.06.2015 im Meißner Stadtmuseum im Rahmen des alljährlichen Literaturfestes

Pressestimmen

Dies ist die erste große Darstellung der de Maizières und ihrer Rolle in Geschichte und Politik Deutschlands. (Dresdner Neueste Nachrichten, 11. November 2014)
...eine spannende Familienbiografie, die nicht selten auch mal schmunzeln lässt. (Leipziger Volkszeitung, 17. November 2014)
Entstanden ist ein Buch für historisch Interessierte, das deutsche Geschichte persönlich werden lässt. (ekz.Bibliotheksservice, 22. Dezember 2014)
Einen weiten Bogen schlägt Andreas Schumann mit seiner Geschichte der Familie de Maizière. Beginnend bei den hugenottischen Vorfahren des Jahres 1569, schließt sich der Kreis bei Lothar de Maizière, dem ersten frei gewählten Ministerpräsidenten der DDR, und Thomas de Maizière, dem heutigen Bundesinnenminister. (Literaturblatt für Baden-Württemberg, Ausgabe November/Dezember 2014)
Autor Schumann beschließt die Familiengeschichte mit der deutschen Einheit 1990. Dennoch wirken einzelne Anekdoten länger nach. … Der Leser erfährt auch, dass Lothar im März 1990 seinen bis heute engen Freund Gregor Gysi … wohl aus falscher Rücksichtnahme nicht zu seinem 50. Geburtstag einlud. Und dass Thomas de Maizière Sachsens späterem Ministerpräsidenten Georg Milbradt schon als Student in Münster eine Wahlniederlage zu verdanken hat. (Freie Presse, 22. Dezember 2014)
Wer sich für die politischen Wirren der deutschen Geschichte interessiert, ist mit der Biografie 'Familie de Maizière' bestens bedient. (MDR-Kulturmagazin "artour", 19. Februar 2015)
Die frühere Nähe zwischen Schumann und Thomas de Maizière verschafft den Lesern dieses lebendig geschriebenen Buches fast intime Einblicke in eine Familie, deren Angehörige es immer als Verpflichtung betrachteten, einem Staat zu dienen, der einst ihren verfolgten Vorfahren die rettende Hand gereicht hatte. (Die Rheinpfalz, 22. Februar 2015)

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